Dieses Jahr hatte der Film, Anselm – Das Rauschen der Zeit, Premiere in Cannes. Wim Wenders spektakuläres Portrait über den deutschen Ausnahmekünstler Anselm Kiefer, wurde mit standing ovations bei den Filmfestspielen honoriert.
Unser Studiopartner Sebastian Cramer, langjähriger DOP, Stereograph und Konstrukteur des in diesem Projekt verwendeten 3D Equipments hatte bereits bei mehreren Filmen mit Wim Wenders zusammengearbeitet und da er unsere Arbeiten mit Drohnen über die Jahre verfolgt hatte, kam die Frage auf, ob wir Lust hätten, für die Luftaufnahmen von Anselm zu kooperieren.
Es hat sich relativ schnell abgezeichnet, dass es nicht reicht, eine 3D Kamera an eine Drohne zu schrauben und loszufliegen. Durch die Nutzung von zwei parallelen Kameras entstehen einige Probleme: doppelter Downlink, Kamerasychronisierung, pixelgenau wiederholbare Stabilisation für das zweite Auge … Gefühlt hat jede gefundene Lösung zwei neue Probleme geschaffen.
Es wurden sehr spannende Monate: Plötzliche Blindflüge, Funkinterferenzen, dropped frames und eine Menge anderer Phänomene. Das meiste hat sich erst in der praktischen Anwendung abgezeichnet.
Belohnung dafür war ein Dreh voller einmaliger Erlebnisse. Unser persönlicher Höhepunkt waren die Flüge über La Ribaute, dem Gelände einer ehemaligen Seidenspinner Fabrik in der Nähe von Barjac in Südfrankreich. Ein ca. 42 Hektar großes Areal, für Anselm Kiefer „Hort der Kunst“ und eine Art Spielplatz, voller Kunstwerke, Tunnel, Studios und selbstgeschaffener Höhlen. Durch den Film von Wim Wenders zum ersten Mal für eine breitere Öffentlichkeit in 3D beeindruckend erlebbar.
Letztendlich hat alles hingehauen. Wir haben dabei viel gelernt und alleine die intime Nähe zu der Kunst von Anselm Kiefer war einfach faszinierend.