Werner
In unserer Nachbarschaft gibt es eine Firma für kommunale Dienstleistungen. Das sind Tätigkeiten, die ein Großteil der Bürger – wenn überhaupt – nur aus dem Augenwinkel wahrnimmt. Beim Vorbeifahren an orange lackierten Trucks mit Warnlichtern und vorübergehendem Tempolimit auf der Autobahn, in der Stadt an den Kehrmaschinen, die immer ganze Straßenzüge blockieren, oder die Leute mit Warnwesten, die in Parks und in öffentlichen Grünanlagen wahlweise mähen, Bäume schneiden, Müll einsammeln und dafür sorgen, dass die Anlagen in Schuss bleiben.
Als wir in unser Studio eingezogen sind, haben wir uns erstmal nicht viel dabei gedacht. Aber im Laufe der Zeit kamen durch Alltagsbeobachtungen oder den gelegentlichen schnellen Ratsch immer mehr Eindrücke von deren Arbeit zusammen. Dadurch wurde uns immer klarer – ohne diese Menschen würden wir alle in kürzester Zeit im Dreck versinken. Und zwar sprichwörtlich.
Der Aufwand, der nötig ist, den vermeintlich normalen Zustand unserer Kommunen aufrechtzuerhalten und dafür zu sorgen, dass wir alle in einer lebenswerten Umgebung existieren, die wahrscheinlich von den meisten als selbstverständliche Kulisse ihres Alltags vorausgesetzt wird … diese Leistung ist enorm!
Aus diesem Grund haben wir vor ein paar Jahren angefangen, die Leute der Firma Werner immer mal wieder bei deren Jobs zu begleiten. Wir sind dabei nachts um 0200 über Autobahnen gegangen und haben die Mitarbeiter beim Mähen der Seitenstreifen beobachtet, sind Kehrmaschinen hinterhergefahren, haben bei der Landschaftsgärtnerei gefilmt und fotografiert und ganz generell jedes mal wieder gestaunt, wie anstrengend, aufwändig und manchmal nicht ganz ungefährlich das alles ist. Und begriffen, wieviel Wertschätzung diese Leute eigentlich verdienen!